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Andre Alpar: Hitflip.de und Hitflip.co.uk

um 17:21 | Dienstag, 20.02.2007 | Thema: Interview

Offenlegung/Disclosure (Hitfllip ist/war mein Kunde.)
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Oliver Gassner:
Hallo, Andre!

Andre Alpar: Hallo Oliver!

Oliver Gassner: Wir wollten uns darüber unterhalten, dass Hitflip sozusagen mit einem Bein Europa verlässt und den Kanal überquert. Davor sollten wir aber den paar Lesern, die Hitflip noch nicht kennen, kurz sagen, was Hitflip ist. Machst Du das? ;)

Andre Alpar: Gerne. Hitflip ist eine Tauschplattform für Mediengüter - nicht Dateien sondern die DVDs, CDs, Bücher und Spiele die man daheim hat. Buch gelesen und einfach gegen ein anderes tauschen; Sattgehört an einer CD und einfach gegen eine andere Tauschen und so weiter. Das machen wir in Deutschland seit etwas mehr als 1,5 Jahren und seit einigen Monaten auch in Österreich.

Oliver Gassner: Warum Großbritannien? Warum nicht gleich USA?

Andre Alpar: Zweierlei Gründe. Einerseits kommt manchmal eine lokale Firma in kürzerer Zeit mit geringerem Ressourceneinsatz weiter als es ein Amerikanisches schaffen würde. Andererseits hat das Ganze auch mit der finanziellen Ausstattung der Firmen hier und da zu tun. Zu beiden Punkten im Detail.

In Deutschland und anderen europäischen Ländern werden durchaus manchmal Konzepte aus den Staaten aufgenommen und auf den lokalen Markt adaptiert. Wenn die Zeit einer Idee reif ist, dann doch wahrscheinlich an mehren Orten zur gleichen Zeit. Amerikanischen Unternehmen fehlt manchmal die kulturelle Sensibilität und der Sinn für die Vielfalt die man als durchschnittlicher Europäer quasi "natürlich" mitbekommt. Außerdem ist der amerikanische Markt so groß das eine Internationalisierung bei Firmen in den Staaten manchmal keine so hohe Priorität hat. Es scheint also schlichtweg effizienter das die Innovationen so Verbreitung finden und das wirtschaftliche Leben wählt häufig effiziente Pfade.

Man muss auch die Ressourcen betrachten, die europäische Firmen im Unterschied zu amerikanischen bekommen. Wenn man 50 Mio hat fällt es leichter ein internationales Geschäft aufzubauen als mit 5 Mio. Ich denke die Relationen der Risikokapitalfinanzierungen bewegen sich etwas im o.g. Bereich. Nichtsdestotrotz zeigen aber Beispiele wie Jamba, Xing und Spreadshirt das es durchaus auch sehr erfolgreich in der anderen Richtung gehen kann. Wir sind ja auch nicht die einzigen die sich immer mehr in das europäische Ausland orientieren. Man denke auch an Qype, StudiVZ, MyVideo, Sevenload etc. Glaube wir sind da auf einem guten und herausfordernden Weg.

Oliver Gassner: Ihr seid ja wie du erwähntest auch nach Österreich expandiert. Was waren da die Herausforderungen? Oder war das einfach?

Andre Alpar: Der Aufbau von Hitflip in Österreich war relativ handhabbar. Wir haben ja einen halb-Österreicher im Gründerteam und damit lokales KnowHow. ;-) Bei der technischen Realisation von Hitflip.at konnten wir schon wichtige Grundlagen legen damit der Schritt nach UK einfacher wird. Marketing scheint mir in Österreich etwas schwieriger zu sein. Viele der dortigen Webmaster haben mehr deutschen als österreichischen Traffic und das KnowHow von Geo-Targeting bei Werbeeinblendung ist noch nicht überall gut genug verbreitet.

Oliver Gassner: Ihr habt in GB eine andere Firma übernommen, um den Einstieg zu erleichtern. Erzählst du mal, was die machen und was genau die Synergie ist?

Andre Alpar: Eine Tauschplattform braucht um attraktiv zu sein eine gewisse kritische Masse. In Österreich bauen wir diese selbst auf. Wir hätten das ganze in UK auch so gemacht aber die Leute von Swopex wollten sich neuen Herausforderungen widmen und da wir einander schon ein gutes Jahr kannten bot sich hier eine gute Gelegenheit für beide Seiten. Wir konnten so in einem Land mit viel Potential für Hitflip mit einem "Turbo" starten.

Oliver Gassner: Ist das kein Problem, wenn einen englische Firma von den Hunnen' aufgekauft wird? wie ist das generell, wenn man eine "Community kauft"?

Andre Alpar: Das ist eine der spannendsten Fragen und im Augeblick ist alles auf einem guten Wege. Zwei Faktoren haben da meiner Einschätzung nach für uns gespielt. Erstens hat Hitflip eine größere Funktionsvielfalt als es Swopex früher hatte worüber sich die Leute natürlich freuen. Zweitens haben wir beim Support darauf geachtet, dass die Anfragen aus UK oberste Prio bekommen in der Übergangsphase. Dadurch haben sich die Leute gut aufgehoben gefühlt. Zugegeben aber auch, dass wir uns keine Mühe geben in den Vordergrund zu rücken, dass wir keine britische Firma sind. Das sollte letztendlich auch nicht wichtig sein, sonder nur der Dienst am tauschenden Mitglied. Wenn die damit zufrieden sind gibt sich der Rest von selbst. :)

Oliver Gassner: Hast du ein paar abschließende Tipps für Leute, die ein Erfolgsmodell aus D exportieren wollen?

Andre Alpar: Mit genau so viel Aufmerksamkeit, Muße und Liebe zum Detail angehen wie daheim und gute Mitarbeiter mit lokalem Wissen anwerben, die das Ganze dann umsetzen.

Oliver Gassner: Danke für das Gespräch ;)
 

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