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Ist das Facebook-Konzept die Zukunft?

um 10:52 | Freitag, 27.07.2007 | Thema: Netzstimmen

 
"Ist der Ansatz von Facebook -also die Integration von Anwendungen anderer und
das Anbieten von Schnittstellen zu externen 'vertikalen' Communities- die Zukunft
des Networking und ist der 'Long Tail' damit kastriert?"


Martin Koser, http://www.frogpond.de, "Plattformen sind
wichtig, gerade für Nischenangebote"

Ossi Urchs; http://www.urchs.de: Der facebook-Ansatz einer "offenen Applikationplattform" ist sicher eine der notwendigen Konsequenzen aus der gesamten Entwicklung des Internet im allgemeinen und des "Web 2.0" im besonderen. Die entscheidende Frage dabei ist, ob die API standardkonform ist, also selbst eine "offene Schnittstelle" für für "offene Lösungen" darstelt - nur so bleibt das Web selbst mittelfristig ein "offenes Netzwerk" und wird nicht zur Ansammlung proprietärer Inseln.

Sebastian Keil, www.pöbler.de, "Die Vergangenheit hat uns doch wohl gelehrt, dass 'die Zukunft' nächste Woche schon vorbei sein kann. Grundsätzlich bieten offene Platformen mehr Möglichkeiten, den Netzwerkenden bei Laune zu halten. Eine Kastration des Long Tails sehe ich da überhaupt nicht, Long Tail bleibt Long Tail."

Siegfried Hirsch **: http://RSS-Blogger.de: FaceBook setzt nur als Erster konsequent auf eine API und bietet für die Anbieter von Anwendungen ein Business Model das anspornt. Durch die Vernetzung im Social networking Bereich ergibt sich damit für die Anbieter ein enormer viraler Effekt, wenn er denn genutzt wird. Allerdings hab ich immer ein wenig Bauchweh, wenn ein Anbieter sowas monopolisiert, das durch die Art und Weise der Umsetzung bei FB ja gegeben ist. Warum öffnet sich Blogsoftware nicht in dieser Richtung? Was bei Blogs fehlt ist ein funktionierendes Adressbuch für die Buddyvernetzung, die über die Blogroll hinausgeht und die Möglichkeit Anwendungen einzubinden, wobei der Ansatz ja bei Blogs schon längst über Widgets verfügbar ist, aber für die meisten Blogbetreiber noch erheblich zu kompliziert ist. Ich hoffe also, dass Blogbetreiber oder Blogsoftwareschreiber diesen Schritt ebenfalls gehen und damit in einer dezentralisierten Form Facebook etwas entgegensetzen.

Alexander Oelling hyperwebtechie.com: In Zukunft werden sich alle Plattformen für andere Anbieter öffnen müssen. Die User möchten sich zb. nicht überall neu anmelden müssen, sondern ihre Daten einfach importieren können. Dazu werden einheitliche Schnittstellen benötigt um den Vorgang zu vereinfachen. In der Wunschvorstellung für eine Welt von morgen, sollten alle User die vollständige Kontrolle über ihre Daten haben. Gerade aber bei dieser Ultravernetzung der Applikationen sehe ich dabei große Probleme. Wir stehen erst am Anfang spannender Entwicklungen... Im Longtail bedeutet das für kleinere Anbieter sogar eine Chance zu wachsen, und durch Netzwerkeffekte zu partizipieren.

Rene-Martin: (www.renemt.de): Facebook's Strategie ist
eigentlich nur logisch. Social Networks schießen ja wie Pilze aus dem Boden. Die
meisten bieten auch ziemlich vergleichbare Features (liegt ja in der Natur der
Sache). Um in der Masse nun positiv aufzufallen gibt es eignetlich nur zwei
Hauptmöglichkeiten: Soviele (sinnvolle) Funktionen wie möglich anbieten und so
viele Nutzer wie möglich aggregieren - andere dürften dem FaceBook-Beispiel
folgen. Welche Auswirkungen das auf den den Long Tail hat ist m.E.n. schwer zu
sagen - "kastriert" dürfte er aber wohl noch nicht sein.

Oliver Ueberholz - http://www.webworkblogger.de: Keines von beiden. Zuerst gibt es einen Aktivitäts-Schub für Facebook und natürlich auch für alle (über die API) "angeschlossenen" Dienste. Jeder möchte "ein paar Nutzer für sich gewinnen". Aber durch die starke Vermischung der User wird Facebook auch zu einer Art "Einheitsbrei". Ein richtiges Clustering (Lokalisierung oder Vertikalisierung) gibt es bei Facebook nicht wirklich und wird durch die nicht sortier- oder einteilbare Freiheit an Applikationen auch nicht besser. Folglich wird auf Dauer trotzdem ein Trend weg von Facebook gehen. Man bekommt einfach nicht das, was man will.

Franz Patzig http://franztoo.de Der Ansatz von Facebook geht über alles hinaus was es bisher gegeben hat. Die Integration von Anwendungen und die Möglichkeit auch für Anbieter dadurch mitzuverdienen eröffnet völlig neue Dimensionen. Ich sehe den "Long Tail" dadurch eher gestärkt und mir schwant langsam, warum die Macher von Facebook die Avancen zum Kauf der Plattform bisher abgelehnt haben. Ob es die Zukunft ist weiss ich nicht, trotzdem ist es derzeit richtungsweisend.



Rafiq Charania,
blogg.charania.no: its not the solution because time attention span and need for variety on the web contradicts the facebook strategy, but its very important with open api.








Michael Herrling**, http://www.marktpraxis.com/blog, die Integration von anderen Anwendungen und das Anbieten von Schnittstellen zu anderen Communities sind m.E. wichtige Faktoren und eine logische Konsequenz der derzeitigen Webentwicklung. Dem Long-Tail dürfte dies eher zugute kommen. Ob das nun die Zukunft des Networking sein wird, kann bei der vorherrschenden Dynamik kaum einer sicher voraussagen können.

Ibrahim Evsan ibrahimevsan.de: Die Verlinkung der Nutzer von Social Networks untereinander ist die einzige tatsächliche Lösung, für die Nutzer einen Mehrwert durch die individuelle Struktur innerhalb der Netzwerke zu erzeugen. Durch die Bereitstellung von Verlinkungen zwischen Social Networks selbst werden den unterschiedlichen Nutzern so umfassende Interaktionsmöglichkeiten bereitgestellt. Bei fehlender Verbindung zwischen verschiedenen Social Networks bildet sich letztendlich für die Nutzer nach kurzer Zeit ein Socializing-Overflow über alle Plattformen hinweg. Dieser Socializing-Overflow wird sich vergleichbar zum Information-Overflow als problematisch für die Nutzung eines Netzwerkes entwickeln.

Bernd Schmitz multimediablog.net: Die Öffnung von Facebook hat einen neunen "Standard" für API´s geschaffen. Der Einstieg für neue Web-Anbieter, die versuchen mit weiteren Diensten sich dort anzudocken, ist sehr einfach. Somit werden die Anzahl der Startups eher proportional dadurch steigen. Allerdings steigt die Anzahl der Nutzer nicht mit derselben Geschwindigkeit. Somit wid der Long Tail nicht verkürzt. Alleridings sind die wirklich offenen Struktren von Facebook wirklich interessant. ABER bei der Zielgruppe der deutschen Studenten hingegen... Die hängen immer noch alle in StudieVZ und ich weiß nicht wie schnell hier eine "Völkerwanderung" passieren kann. Auch wenn Facebook von den Fukntionen besser ist, die Nutzer (Studenten) haben in StudiVZ ihre starken Subcommunities mit etlichen Untergruppen, und die funktionieren..... They never change...

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