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![]() Stephanie Staar (netmoms.de): Mütter im lokal und im Netzum 20:48 | Mittwoch, 29.08.2007
| Thema: Interview
![]() Oliver Gassner: Hallo Steffi. Stephanie Staar : Hallo Oliver! Oliver Gassner: Erzählst du unseren Leserinnen und Lesern kurz, wer du bist, was du vorher gemacht hast und was deine Aufgabe bei den Netmoms ist? Stephanie Staar : Ich war zunächst für einige Jahre bei McKinsey in der Medienberatung tätig, bin dann zu arvato/Bertelsmann gewechselt und bin seit Anfang des Jahres im Internet aktiv. Ich habe zunächst einige Start Ups bzgl. Finanzierung und Business Plan beraten, ehe ich mich dann mit NetMoms selbständig gemacht habe. NetMoms habe ich gemeinsam mit Jens Echterling und Tanja Waldeck gegründet und bin - gemeinsam mit Jens - verantwortlich für das Produkt. Oliver Gassner: Wie war das so bei McKinsey? Die Berater von da kommen ja eher in Nebensätzen vor und meist in unfreundlichen Zusammenhängen wie Jobabbau oder 'da kommt einer weiß alles besser'. Stephanie Staar : Das habe ich so nicht erlebt - ich persönlich habe eher an Projekten mitgearbeitet, in denen neue Einheiten geschaffen wurden oder auch neue Produktideen entwickelt und umgesetzt wurden - insofern hat mir die Zeit sehr viel Spaß gemacht. Oliver Gassner: D.h. du warst nicht im direkten Stephanie Staar : Jeder Berater hat direkten Klientenkontakt! Also, doch, natürlich war ich das. Aber diese stereotypen Aussagen über Berater entsprechen halt nicht der Praxis. Oliver Gassner: OK, offenbar ist das wieder einer der Jobs, der von der einen Seite anders aussieht als von der anderen ;) - Stephanie Staar : Man muss sich das folgendermaßen vorstellen: Da arbeiten Leute von zwei Firmen (Berater und Klient) zusammen und in 95 von 100 Fällen ist es konstruktiv und macht Spaß. Wie sonst auch im Leben! Oliver Gassner: 95% ist eine gute Quote ;) Wo holpert es bei Startups am meisten, wenn es um die Finanzen geht? Was müssen die lernen? Was lernen sie nie (oder sagen wir: schwer)? Stephanie Staar : Meiner Erfahrung nach ist es wichtig, von Anfang an einen Zeitpunkt im Auge zu haben, an dem man Geld verdienen will. Oliver Gassner: Kann man das so genau planen? Stephanie Staar : Man sollte es zumindest. Wir haben festgelegt (sowohl zeitlich wie auch quantitativ), wann wir mit Vermarktung starten wollen. In unserem Fall ist es das vierte Quartal. Und dann werden wir auch loslegen - auch wenn wir nicht unter den ersten 10 bei IVW starten. Ich halte hier gesunden Realismus für wichtig. Man sollte nicht ewig das Produkt optimieren und Nutzer maximieren und erst dann vermarkten, - es sollte eher ein paralleler Prozess sein. Auch wenn's manchmal schwerfällt - weil das Produkt und die Steigerung der userbase schon viel Spaß macht. Aber in Schönheit sterben ist noch niemandem bekommen. Oliver Gassner: Das war zwar noch über die Kunden gefragt - für etwas Background, aber gehen wir zu den Netmoms über: Bist du eine Netmom? Stephanie Staar : Ja logisch, wenn auch noch keine Mom :) Aber unsere Plattform ist für Mütter und alle die es werden wollen! Insofern fühle auch ich mich bei uns gut aufgehoben! Oliver Gassner: So, startuppen ohne Contentkompetenz? ;) Stephanie Staar : Nein, das hätten wir nicht gemacht. Tanja ist ja Mutter, deshalb ist Tanja auch für unseren Content und das gesamte Mütternetzwerk verantwortlich! Das haben wir als zentral wichtig empfunden - hat sich im Nachhinein auch als richtig herausgestellt. Außerdem werden wir von verschiedenen Müttern aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis unterstützt Oliver Gassner: Dann bin ich beruhigt. Stephanie Staar : Und haben mittlerweile 250 LocalMoms, die als NetMoms "Repräsentantinnen" in ihrer Stadt oder Region fungieren. Tanja spricht mit den NetMoms und ich spreche mit Dir :) Oliver Gassner: Und woher kam die Idee? Ist ja nicht so als ob es keine Elternplattformen im Netz gäbe. Und ich kenne sogar eine 1.0-Plattform, die hre Frau (mit 2 Kids) voll mit nem Halbtagsjob ernährt. Stephanie Staar : Die Idee kam eigentlich daher, dass die Mütter in unserem Bekanntenkreis im Internet nichts geeignetes gefunden haben. Zwar gibt es die klassischen Eltern Seiten, aber die haben meist wenig Community Charakter und kaum lokale Komponenten gehabt. Wir betonen sehr stark die lokale Komponente und die Möglichkeit, andere Mütter aus der Umgebung auch „offline“ kennenzulernen - und genau das scheint den Moms zu gefallen. Es hat mittlerweile schon in mehr als 15 Städten NetMoms Treffen gegeben und unsere Nutzerinnen werden in dieser Beziehung immer aktiver. In Köln hatten wir zum Beispiel grad am Samstag eins und es war wie immer sehr witzig. Dieser persönliche und auch lokale Bezug fehlt den "klassischen" Seiten. Oliver Gassner: Nicole Simon hat ja die diversen familien-, Väter und Müttercommunities bei blognation angesehen und gemeint, dass Plattformen wie Urbia.de ziemlich dominant sind. Siehst du das anders? Ist da noch Luft? Stephanie Staar : Da ist definitiv noch Luft, da wir uns nicht als Online Magazin positionieren (s.oben). Zu uns kommen die Moms, weil sie unheimlich schnell Antworten auf ihre Fragen bekommen, andere Mütter tatsächlich kennen lernen können und sich einfach gut aufgehoben fühlen. Ich bin mir sicher, dass sich Urbia da anders positioniert. Oliver Gassner: Haben Mütter überhaupt Zeit, sich vor den Rechner zu setzen? also bevor unsere beiden Kids im Kindergarten waren, hatte da meine Frau wenig Luft oder gar Lust. Und die Rechercheaufgaben darf ich immer machen ;) Stephanie Staar : Da müsste ich Dir mal einige Feedbacks von Nutzerinnen schicken, es ist echt unglaublich. Einige schreiben, dass sie sich mittlerweile mit ihren Männern um den PC schlagen. Eine andere sagt, sie ist jetzt ganz happy, wenn er mal zum Fußball geht, damit sie in Ruhe an den PC kann :) Aber womit Du natürlich Recht hast, ist, dass der Nutzersupport bei uns sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Wir haben mittlerweile 2-3 Leute, die direkt mit den Moms interagieren und technisch unterstützen - aber wir machen das gerne, dabei bekommen wir gutes Feedback zu usability und Verständnis der Funktionalitäten. Oliver Gassner: Dann ist das ja glatt eine Aufgabe der Volksbildung, die ihr da übernehmt. Oh, Support, prima, bei uns muss ich das immer machen ;) Nicht einfach, sag ich dir. Das berichten mir fast alle Männer wenn die auch nicht grade selbst Geekgene hat...) Oliver Gassner: Habt ihr einen Überblick, wie alt die Kids sind und ob die Frauen arbeiten? Wie ist da die Verteilung? Stephanie Staar : Wir haben das vor einiger Zeit mal erhoben (vor dem großen Wachstumsschub) - Da waren es etwa 60% Frauen mit Kindern unter 6 Jahren, 40% mit älteren Kindern. Bzgl. der Berufstätigkeit können wir nur auf die AWA zurückgreifen. Die sagt, dass ca. 35 % unserer Zielgruppe nicht berufstätig sind. 20% full time, der Rest Teilzeit in irgendeiner Form. Oliver Gassner: AWA ist? Stephanie Staar : Eine der Online Studien, die die Verlage anbieten. Allensbacher Werbeträger Analyse. Wir nutzen die und die ACTA zur Zielgruppenanalyse. Oliver Gassner: Interessant wäre ja, ob euer Schnitt dem Statistikschnitt entspricht, oder? Stephanie Staar : Ja, das wäre schön zu wissen, aber wir wollen unsere Nutzerinnen im Moment nicht mit statistischen Abfragen nerven, die eigentlich nur "nice to know" sind. Oliver Gassner: Jetzt kommt, natürlich in Kontext mit der Zielgruppe (Doppelverdiener -< mehr cash) die unvermeidliche Frage: Woher kommen die Mäuse? Wie verdient ihr Geld? (Und natürlich: ab wann ;) ) Stephanie Staar : Ab wann: Q4 Wie: Werbung (banal, aber trotzdem lukrativ) und diverse Kooperationen. Wir sprechen gerade mit diversen Vermarktern und prüfen auch die Eigenvermarktungsalternative. Oliver Gassner: Ist im Onlinewerbemarkt beliebig Geld drin? Aktuell wächst er ja wie Harry, aber bliebt das so? Wie lange noch? Stephanie Staar : Ich wünschte, ich könnte Dir das sagen ;) Also beliebig viel Geld gibt es ja nie... aber wir haben bisher das Feedback von den Vermarktern bekommen, dass Frauenumfelder durchaus auch langfristig als sehr attraktiv angesehen werden. Oliver Gassner: Kannst du mal ein Beispiel für Kooperationen machen? So wie aktuell studiVZ und FON.com? Stephanie Staar : Wir denken da eher an weniger technische Kooperationen und spechen mit den großen Consumer Goods Firmen, Babynahrungsherstellern, Kosmetikketten etc. Oliver Gassner: Konkurrierende Netzwerke hängen ja an großen Verlagen dran. Bei den Frauen hat ja Print sozusagen noch ein letztes Reservat. Könntet ich euch auch nen verlag als Partner vorstellen? Es gibt da ja einige (ok, 2 ;) ), die in 2.0ige Sachen investieren. Stephanie Staar : Wir können uns verschiedene Partner vorstellen, sicherlich sind die Verlage da eine Alternative. Oliver Gassner: Bevor ich frage, ob ich noch ne wichtige Frage vergessen habe, frag ich zum Abschluss: Wann kommt netdads.de? Stephanie Staar : es gibt ja mittlerweile schon (mind.) 2 (werdende) Vätercommunities in Deutschland - insofern werden wir denen den Vortritt lassen :) Stephanie Staar : Aber unsere Plattform steht den NetDads natürlich auch offen :) Oliver Gassner: Ach, es gibt keinen Gentest? Stephanie Staar : Nein, und wir checken auch nicht telefonisch, ob Du wirklich eine Frau (oder in Deinem Fall ein Mann) bist. 8) Aber wir stehen zu den Frauen als Kernzielgruppe und wir mögen unser Pink und unser Grün :) Oliver Gassner: So, hab ich noch ne wichtige Frage vergessen? Stephanie Staar : Ich hoffe nicht! hat Spaß gemacht! Oliver Gassner: Danke dir, viel Spaß bei den Netmoms und vielleicht steckt es ja an ;) Stephanie Staar : lass uns in einigen Monaten noch mal sprechen - dann sehen wir das ja :) Kommentaretatti
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![]() Even if he hate to disappoint... Oliver Schwartz: Communicating ComBOTS [vm 18.9.2007] Björn Behrendt (hiogi.de): Mobile Antworten Dominik Matyka, youmix.de: Von der Location bis zum Musikkauf und zum Event-Ticket David und Andreas von youop.de: Fertigpizzas und ihre Verknüpfung mit dem besten Biergarten Münchens Stephanie Staar (netmoms.de): Mütter im lokal und im Netz Ossi Urchs: Über Angst und Neophilie, die Rettung der Welt und die nächsten fünf Jahre im Netz
![]() Nun ja, im Impressum der Readersedition dürften Sie da fündig werden, nicht? [oliverg] Bitte um e-mail und Tel Nr.von Dr. Maier ... [Witzeling Franz] Mich auch ;) ... [oliver gassner] Du verwechselst mich mit Oliver Samwer ;) ... [oliverg] Mich würde mal interessieren wie das mit der Vermarktung mittlerweile geklappt hat. [tatti] Yep, wie bei manchen davon. Bzw. Modelle, die erwünschtes Verhalten auf Benefitanteile abbilden. Ich... [oliver gassner] @ Nun ja, dass local das next big thing ist, das wusste man seit dem Crash ;) ... [Gleb Tritus] Nun ja, dass local das next big thing ist, das wusste man seit dem Crash ;) ... [Oliver G]
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