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![]() Dieter Rappold, knallgrau.atum 23:03 | Dienstag, 01.08.2006
| Thema: Interview
Oliver Gassner: Hallo Dieter.Dieter Rappold: Servus ;-) Oliver Gassner: Schön dass das mit der Technik jetzt doch noch hingehauen hat. Dieter Rappold: Ja, musste nur updaten, anscheinend lags daran. Oliver Gassner: Na, Glück gehabt. Gut: Oliver Gassner: Erzähl bitte unseren Lesern in ein paar wenigen Sätzen etwas über deine Firma, deinen Werdegang und was deine Aufgabe in der Firma ist. Oliver Gassner: [Wird geschnitten: Macht nix wenn du beim Schreiben mal danebenlangst, as korrigieren wir dann ;) ] Dieter Rappold: Knallgrau New Media Solutions GmbH ist eine Full Service New Media Agentur und konzentriert sich seit bald 4 Jahren auf das Thema Weblogs. Manifestiert hat sich das mit FEB2003 und dem Launch von http://twoday.net. Mit der Zeit und der Entwicklung kamen auch die Themen Podcasts, Videocasts und allgemein social software dazu. Dies führte für uns zu einem sehr starken Wachstum. Wir waren Mitte 2002 noch knapp 6-8 Leute und sind heute 22 Personen im Unternehmen. Knallgrau wird geführt von Michael und Matthias Platzer und mir. Mein Bereich ist Marketing & Vertrieb, bzw. die kaufmännische Leitung. Michael kümmert sich um die Technik und Matthias ist verantwortlich für die Applikations-Konzeption. Mein Background ist die Wirtschaftsuniversität Wien, Handelswissenschaften mit Fokus auf International Marketing Management, Wirtschaftsinformatik und Entrepreneurship. Michaels Background ist die technische Mathematik und Matthias kommt aus der Architektur. Wir sind also quasi bunt gemischt. Oliver Gassner: Ich hab hier auf meiner Interview-Liste in Zukunft auch ein paar Leute die einerseits schon als Student im dritten Semester ne Firma hatten oder die erfolgreiche Firmen leiten und nie eine Uni von innen gesehen haben. Wie wichtig ist ein Studium für einen Unternehmer? Oliver Gassner: Na, sieht ja so aus als ob euch das Glück bisher hold ist, aber zu euren Kunden kommen wir erst später. (Oder etwas früher.) Oliver Gassner: Ich mach hier gerne als 'Agenda Setting' ein kleines Spontan-Stichwortspiel: Ich sag ein Wort du antwortest möglichst schnell. -- Bereit? Dieter Rappold: Ok Oliver Gassner: * Moblogging Dieter Rappold: spannend, funktioniert aber erst, wenn die MMS Preise vernünftig sind. Oliver Gassner: * Opel Dieter Rappold: unspannende Autos, in letzter Zeit spannendes Marketing Oliver Gassner: * Solarium Dieter Rappold: Brauch ich derzeit nicht, hab ich in den langen Wiener Wintermonaten schon mal in Anspruch genommen ;-) Oliver Gassner: * Homepage Dieter Rappold: Heißt heut Weblog Oliver Gassner: * dumme Frage Dieter Rappold: dumme Antworten gibts heut hoffentlich nicht Oliver Gassner: * Zeitungen Dieter Rappold: werden sich verändern müssen. Wir helfen gerne... Oliver Gassner: * Büro Dieter Rappold: Dort verbringt man (oder ich) sehr viel zeit. Daher wichtig, dass man sich wohl fühlt Oliver Gassner: * Surfen Dieter Rappold: Lebenstraum, Lebensgefühl, Lebensphilosophie Oliver Gassner: * Coke Dieter Rappold: weltweit wertvollste Marke, polarisierendes Unternehmen - eine Herausforderung Oliver Gassner: * Berge Dieter Rappold: sind zum Schifahren und Bergsteigen da :-) Oliver Gassner: * Podcasting Dieter Rappold: verstehen die Marketer leichter, weil man einen iPod als Trägermedium angreifen kann. Weblogs kann man so schlecht angreifen. Oliver Gassner: * Flughafen Dieter Rappold: da bin ich in letzter Zeit viel zu oft Oliver Gassner: * BILD Dieter Rappold: Bildblog Oliver Gassner: Surfen eine Lebensphilosophie? (Ich wusste natürkich, dass Du nicht 'Mausklick' sagst ;) ) Erklär mal. Dieter Rappold: Ich liebe das Meer. Beim surfen ist man dem Element Wasser in einer faszinierenden Art ausgesetzt. Diese Ausgesetztheit die man als Mensch, heute in der 1. Welt kaum noch spürt, spricht sehr viele Ur-Ängste an und geben einem die Chance enorm zu wachsen. Wenn man da draußen ist und auf einen Set wartet ist man mit sich und der Welt im Reinen. Man kann nicht gegen das Wasser arbeiten nur mit dem Wasser. Man nützt die Urgewalt einer Welle und gleitet auf der Wasseroberfläche dahin und ist sich der Tatsache bewußt dass diese Welle objektiv gesehen sehr gefährlich ist. Das bringt uns ganz an unsere Ursprünge zurück, nicht umsonst haben schon hawaiianische Ureinwohner gesurft. Surfen ist nie zu Ende, beim surfen kann man sich immer weiterentwickeln. Wellen sind eine hochdynamische Materie und so ist auch die Umwelt, unser Leben. Oliver Gassner: Also der selbe Grund aus dem Messner auf Berge steigt. Dieter Rappold: Keine Ahnung warum Messner auf Berge steigt. Aber ich glaub das ist seine Berufung - für mich ist es mein Ausgleich. Oliver Gassner: Ihr habt ja mit BMW Weblog- und Vodcasting-Projekte gemacht, dei sich von der Opel-Blog-Testfahrt unterschieden haben. Findest du das Opel-Projekt nur spannend oder auch gelungen? Dieter Rappold: Hm - dazu müsste ich wissen was die Ziele von Opel waren? Wenn es dazu diente um erste Schritte zu machen, Erfahrung zu sammeln, ein Gefühl zu bekommen, Opel bei einer jungen und spannenden Zielgruppe ins Gespräch zu bringen - dann ja, gelungen. Oliver Gassner: Es gab ja durchaus Kritik am 'Taschengeld' für die Blogger - 1200 Euro und 200 Euro für Benzin. Hätte ihr das auch (so) gemacht? Dieter Rappold: Ich sehe nicht was daran schlecht sein soll. Es war in hohem Maße transparent und wurde kommuniziert. Auf dieser Basis kann sich jeder selbst seine Meinung bilden. Es macht wenig Sinn alle anderen für dumm zu halten nur um ein wenig intelligenter zu wirken. Und ja, wir hätten Bloggern im Rahmen dieses Projekts auch eine finanziellen Entschädigung angeboten. Oliver Gassner: So, eher zu euch: Ihr habt ja in Turin udn in berlin jetzt zwei Mal mit Coca-Cola zusammengearbeitet. Wie ist das so? Dieter Rappold: Das ist extrem spannend. Mit einem golbal agierenden Unternehmen und einer der weltweit erfolgreichsten Marken zusmamenzuarbeiten ist hochkomplex, eine tolle Herausforderung und auch eine Auszeichnung unserer Arbeit Oliver Gassner: Kann ich mir vorstellen, dass das deutlich anders ist als mit einem (wenn auch 'gesamtösterreichischen') ITK-Unternehmen oder einer Zeitung. - Während Turin in der deutschsprachigen Blogosphre wenig Wellen geschlagen hat, skandiert jetzt der eine oder andere 'Gewerkschaftermörder'. Dritte mahnen an, die kleinen Blogs sollten frech sein, weil die großen nicht (mehr) können und Dritten ist das schnurz. Wie schätzt du das ein? Ist die 'Glaubwürdigkeit' von Blogs in Gefahr? Dieter Rappold: Ich fühle mich nicht dazu berufen eine generelle Glaubwürdigkeitsentscheidung für oder gegen Weblogs hier zu treffen. Soweit ich Weblogs verstanden habe stehen hinter Weblogs Personen und diese verhalten sich glaubwürdig oder nicht. Entscheiden darf das aus meiner Sicht jeder selbst. Das Phänomen Weblogs wird langsam aber stetig größer und auch wenn Deutschland deutlich hinterherhinkt glaube ich daran, dass auch hier der Innovationsstau nicht ewig dauern wird. Insofern bildet die Blogosphere eben schrittweise die gesamte Gesellschaft ab, da gibt es Normale, Kluge, eher dumme, da gibt es Selbstdarsteller, Schreihälse, konstruktive Diskutanten, etc.. alles eben. Oliver Gassner: Würdet ihr für jede Firma ein Blogprojekt hochziehen oder gibt es Grenzen? Dieter Rappold: Gute Frage. Nein nicht für jede Firma oder Institution. Ich würde kein Projekt für einen Hersteller von Landminen machen, kein Projekt für die NPD, kein Projekt für... wie gesagt da gibts wohl viele wie es scheint. Das ist die Freiheit des unabhängigen Unternehmers nicht nur nach ökonomische Grundsätzen sondern auch nach ethischen/moralischen Grundsätzen zu entscheiden. Und das obwohl man v.a. als kleines Unternehmen und in seiner Verantwortung für viele Mitarbeiter oftmals beträchtlichen wirtschaftlichen Zwängen ausgesetzt ist. Bisher war es noch nicht notwendig, aber wenn doch, würden wir das offen mit allen im Unternehmen diskutieren. Oliver Gassner: Pitcht ihr für den Kanzlerinnen-Podcast? Oder habt ihr sie als Autorin für mindestenshaltbar, euer Blog-Pod-Magazin, eingeladen? Dieter Rappold: Weder noch. aber für beides wäre ich zu haben. Oliver Gassner: Na, da müsst ihr euch schon melden ;) Dieter Rappold: Mal sehen ;-) Oliver Gassner: Du erwähntest dei Probleme der Zeitungen. welceh haben die konkret udn wie helft ihr? Dieter Rappold: Zeitungen und Medienunternehmen sind historisch gewachsen in der Rolle der Gatekeeper. Die Gatekeeperrolle und die kapitalintensiven Produktionsmittel sind imho die Grundlage für das große wirtschaftliche Potential bei diesen Unternehmen. Beides wird und wurde in jüngster Zeit unterwandert. Der Gatekeeper von heute/morgen ist Google, wir werden zum homo googlens. Und mit einem Weblog habe ich in 5min und mit Kapitalkosten von EUR 0,- dieselbe potentielle Reichweite wie CNN.com (potentiell!). Dazu verändern sich die Mediengewohnheiten quer durch alle Bevölkerungsschichten belegbar radikal (bei den Jungen besonders schnell) in Richtung multitasking, Internet und Partizipation. Wir sind also nicht mehr "Consumer" sondern "Pro(ducer)(Con)sumer" = Prosumer. Produzent und Konsument im selben Prozeß. Diese grundlegenden Paradigmenwechsel haben einen großen Einfluß auf die Geschäftsmodelle von Zeitungen/Medien. Wir versuchen diese Entwicklungen zu verstehen, diese in Anwendungen umzusetzen und gemeinsam mit unseren Kunden in deren Strukturen einzubinden. Oliver Gassner: Plant ihr demnächst öfter im tiefen Westen von Deutschland zu sein? [Anspielung auf Katharina Borcherts Social Media-Projekt für die WAZ.] Dieter Rappold: Kein Kommentar! Oliver Gassner: Oh, das reicht mir schon ;-) -- Hier eineLeserfrage (ich hatte Leute gefragt, was sie dich fragen würden): Wird es ein neues Blogtexte-Buch geben? Wird es ein mindestenshaltbar-Buch geben? Dieter Rappold: Sehr schöne Frage! Beides sind Dinge die uns extrem am Herzen liegen. Man muß sich halt immer fragen ob und wie das refinanzierbar ist, bzw. ob es sich als Marketingaufwand lohnt. Das Blogtexte Buch, hätte längst eine Neuauflage verdient und auch bei mindestenshaltbar denken wir gemeinsam mit Unternehmen die da mehr Erfahrung haben über Print nach. Auch deshalb weil man hört, dass die Innovationsleiter in großen Medienhäusern sich fragen ob man das Printprodukt zu mindestenshaltbar denn nur in Österreich bekäme.... Oliver Gassner: Huch, die Frage verstehe ich nicht. Dieter Rappold: Welche? Oliver Gassner: Warum der sich fragt, ob man das Buch nur in A bekommt. Dieter Rappold: Na, weil die dort annehmen, dass es sowas auch in Print geben MÜSSE... Oliver Gassner: Ach so ;) Originell. Apropos: Warum fotografierst du immer dein Essen und mobloggst es dann? Dieter Rappold: Weil ich 1. ein leidenschaftlicher Hobbykoch bin und 2. leidenschaftlich gern esse und weil ich Essen für einen ästhetischen und sinnlichen Genuß halte der visuell gut transportierbar ist. Außerdem scheint das Tradition zu haben, Nico Lumma bloggt ja auch immer sein Döner ;-) Oliver Gassner: Hobbykoch? Dann laden wir dich mal zum BlogEat ein und du kochst zusammen mit Jan Theofel, den du ja jetzt auch kennegelernt hast. Jan hat hier mal für das Bloggertreffen gekocht. - Ich krieg nur immer Appetit wenn ich dein Moblog anschaue (oder Fernweh ;) ) Dieter Rappold: Ganz ehrlich - nachdem ich mir fürs kochen immer soviel antu, ist das immer stressig. ich bekoche meist nur mich. oder den engsten familienkreis wenns hoch kommt... muß dich also enttäuschen :-) Oliver Gassner: Du darfst auch nur zum essen kommen. Dieter Rappold: Danke Oliver Gassner: Wie fühlt man sich als Österreicher, wenn in Deutschland das Nationalbewusstsein wiedererwacht? Dieter Rappold: Großartig! Ich finde das eine sehr positive Entwicklung. Mir tut es leid, wenn man Menschen sieht die Probleme mit Ihrer Identität haben und gerade die WM war eine großartige Chance wieder ein positives WIR-Gefühl zu entwickeln. Die Deutschen hatten Gelegenheit wieder Ihre Gefühle zuzulassen, etwas das ich manchmal vermisse. Betrifft aber auch Österreich - mir fällt es nur auf, wenn ich in Südamerika oder Asien bin zB. Ich persönlich arbeite mit deutschen Kunden fast lieber als mit österreichischen. In Deutschland zählt Leistung und Kompetenz, während in Österreich die Beziehung allzu sehr im Vordergrund steht. Oliver Gassner: Ach, und das wo Social Media die Beziehung der menschen in den Mittelpunkt stellt - Dieter Rappold: Da ist ein Unterschied - das was man in Österreich "Freunderlwirtschaft" nennt basiert zu 100% auf Beziehung und schließt Leistungskomponenten nahezu aus. Networking das durch social software hervorragend enabled werden kann, soll nicht zu schlechter Leistung führen sondern die beste Leistung so rasch wie möglich zum richtigen Nachfrager bringen. Oliver Gassner: Gruss von Nico, den hab ich grad im anderen Chatfester Dieter Rappold: Gruß auch an nico! Oliver Gassner: Hast Du zum Abschluss den ultimativen Tipp (oder zwei drei...) für Vielflieger? Wie man im Flieger schläft oder so? Dieter Rappold: Ich kann weder im Flieger noch im Zug schlafen - ein Drama! Daher gibts immer Zeitungen, Paper die ich lesen sollte oder den iPod mit Jack Johnson im Ohr... Oliver Gassner: Jetzt dachte ich du weißt sowas. Na, ja, schade. Aber dennoch *g*, Danke für das Gespräch. Dieter Rappold: Ich danke. KommentareNoch keine Kommentare vorhanden. Kommentieren? Dein Kommentar
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![]() Even if he hate to disappoint... Oliver Schwartz: Communicating ComBOTS [vm 18.9.2007] Björn Behrendt (hiogi.de): Mobile Antworten Dominik Matyka, youmix.de: Von der Location bis zum Musikkauf und zum Event-Ticket David und Andreas von youop.de: Fertigpizzas und ihre Verknüpfung mit dem besten Biergarten Münchens Stephanie Staar (netmoms.de): Mütter im lokal und im Netz Ossi Urchs: Über Angst und Neophilie, die Rettung der Welt und die nächsten fünf Jahre im Netz
![]() Nun ja, im Impressum der Readersedition dürften Sie da fündig werden, nicht? [oliverg] Bitte um e-mail und Tel Nr.von Dr. Maier ... [Witzeling Franz] Mich auch ;) ... [oliver gassner] Du verwechselst mich mit Oliver Samwer ;) ... [oliverg] Mich würde mal interessieren wie das mit der Vermarktung mittlerweile geklappt hat. [tatti] Yep, wie bei manchen davon. Bzw. Modelle, die erwünschtes Verhalten auf Benefitanteile abbilden. Ich... [oliver gassner] @ Nun ja, dass local das next big thing ist, das wusste man seit dem Crash ;) ... [Gleb Tritus] Nun ja, dass local das next big thing ist, das wusste man seit dem Crash ;) ... [Oliver G]
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